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Agiles Gründungs- und Innovationsmanagement

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Die Informations- und Kommunikationstechnologien des 21. Jahrhunderts haben nicht nur unsere individuellen Verhaltensweisen und Einstellungen verändert, sie stellen auch unternehmerische Routinen und Managementmodelle in Frage. Bereits seit einiger Zeit beobachten wir im Gründungs- und Innovationsmanagement, dass vornehmlich planungsorientierte Managementpraktikenan der Realität unternehmerischer Herausforderungen in heutigen, dynamischen Umfeldern vorbeizielen. Zum Beispiel spielen Business Pläne bei der erfolgreichen Umsetzung einer Idee in einem Startup, nachweislich nur eine untergeordnete Rolle. Sie werden benötigt, da sie latente Funktionen erfüllen. Zum Beispiel die Signalisierung unternehmerischer Kompetenzen gegenüber Kapitalgebern. In den wenigsten Fällen allerdings, um nicht zu sagen nur im Ausnahmefall, werden Business Pläne so umgesetzt wie ursprünglich geplant. Business Pläne verlieren daher in der Startup-Praxis auch immer mehr an Bedeutung.

Alistair Croll/Autor des Buches „Lean Analytics“ Business plans matter less, business models matter more!

Neue Managementmodelle, die ein nicht planungsgetriebenes aber dennoch methodisches Gründungsmanagement propagieren, schließen diese Lücke. Sie heißen „Customer Orientation“, „Business Model Canvas“ oder „Lean Startup“ und sie alle empfehlen ein eher exploratives, zum Teil experimentierendes Vorgehen. Es geht darum, Thesen zu Geschäftsmodelle bzw. Kundenbedürfnissen auszustellen und diese möglichst schnell zu überprüfen.

Eric Ries/Autor des Buches „The Lean Startup“Iterate to a market fit product before your money runs out!

Im Mittelpunkt stehen die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden und die Entwicklung von Prototypen, die früh auf Akzeptanz und ökonomische Tragfähigkeit untersucht werden. Iterative Anpassungen an Produkt und Geschäftsmodell sowie eine komplette Richtungsänderung, der sogenannte „Pivot“, sind ausdrücklich erwünscht und gelten als normaler Verlauf im Entwicklungsprozess. So werden kostspielige Fehler in der Anfangsphase eines Unternehmens verhindert. Der Prototyp, egal ob es sich dabei um eine grobe Beschreibung auf einer Website, einen Designvorschlag oder ein minimal funktionsfähiges Produkt handelt, gelten jedoch nicht als frühe, noch zu verbessernde Versionen des Produktes. Prototypen sind Instrumente zur Produktentwicklung, bestätigen sie die These hinter einer Idee nicht, sollten sie verworfen werden.

Für mehr komprimierte Hintergrundinformationen zum Thema empfehlen wir Steve Blanks Artikel zur Lean Startups-Bewegung aus dem Harvard Business Review. Wenn Sie sich tiefer mit dem Material beschäftigen möchten, haben wir Ihnen hier unsere Top 15 Lesetipps zusammengestellt: